Apollo Brown: Clouds

Kann sich noch jemand an eine große Jugendkultur namens HipHop erinnern? Muss man sich jenseits der 20 schämen für diese Musik? Ja und Nein. Während in Deutschland üblich verkrampft dem Erfolgsrezept vergangener Tage nachgerannt wird, bleibt der US-Underground relaxed und ballert ein Highlight nach dem anderen auf den Markt. Apollo Brown ist ein Künstler, den man auf jeden Fall beachten sollte. 2010 schraubte er für viele Detroiter Acts Instrumentals und droppt jetzt ein 28 Beatskizzen starkes Projekt namens „Clouds“. Was erwartet einen auf der von den Kollegen von indieshuffle als „the perfect soundtrack to bring spring in“ beschriebenen Scheibe? Langsame, rumpelnde Beats meist diesseits der 90bpm, immer mit wuchtigen Kicks und klatschenden Snares. Dazu Samples von Platten, denen der Staub der Milk Crates anzuhören ist. Das ist genauso retro wie catchy und lebt vom Charme der Produktion, bei der man das Gefühl hat, man würde im Keller neben Apollo und seiner MPC sitzen und beim Entstehen der 2 Minuten Projekte zugucken. Studio Hochglanz Mastering und nerviger Rap werden mit dem nächsten kratzenden Loop platt gemacht. Ein Album, das der Beat-Fanatic bewusst hört und der Musikfan easy im Background genießt. Above the clouds where the sounds are original infinite skills create miracles....